Mitarbeiter im Fokus: Brian erzählt uns von seiner Arbeit als Objektleiter

Interview_ Brian Neumann
WeWatch Magazin hat ein Interview mit Brian Neumann geführt, der als Objektleiter bei WeWatch Security Service tätig ist.

In der Rubrik „Mitarbeiter im Fokus“ kommen WeWatch-Mitarbeiter zu Wort. Sie schildern ihre Erfahrungen in der Sicherheitsbranche und beim Unternehmen WeWatch, geben Auskunft über ihren Werdegang und ihre tägliche Arbeit, ihre beruflichen Ziele und vieles mehr.

WeWatch Magazin hat ein Interview mit Brian Neumann geführt, der als Objektleiter bei WeWatch Security Service tätig ist. Die Fragen stellte Maike Günther. 

Maike: Hallo Brian, schön, dass wir dich heute interviewen dürfen! Vielleicht erzählst du uns zuerst, wer du bist und was du bei WeWatch machst? 

Brian: Na klar, gerne! Ich bin Brian, 42 Jahre alt und Objektleiter in einer großen Behörde in Berlin. Den Job mache ich, seit ich bei WeWatch bin – also seit mittlerweile über einem Jahr. 

Maike: Was hast du denn davor gemacht? 

Brian: Seit 2006 habe ich lange Zeit ohne höhere Qualifikation in verschiedenen Sicherheits-Jobs gearbeitet – vor allem als Veranstaltungsbetreuer und als Doorman. Dann habe ich aber doch noch eine richtige Ausbildung gemacht.

"Ich muss jetzt etwas verändern!"

Maike: Da hast du dir ja einen ordentlichen Ruck gegeben, was? Was war denn deine Motivation, doch noch so spät mit der Ausbildung zu beginnen? 

Brian: Zugegeben, die Erkenntnis kam bei mir erst spät. Immerhin war ich da ja schon 37 Jahre alt. Ich erinnere mich gut an den Tag, an dem der Groschen bei mir gefallen ist. Wir waren gerade mal wieder dabei, Zelte für Veranstaltungen aufzubauen, da sagte ich zu meinem Kollegen: Noch ein paar Jahre, dann bin ich 40, dann kann ich doch nicht immer noch Zelte aufbauen, das macht mein Körper nicht mit. Ich muss jetzt etwas verändern! Eine Woche später habe ich dann mit der Ausbildung zur Fachkraft angefangen – neben meiner normalen Arbeit, und das habe ich dann auch ziemlich konsequent durchgezogen. 

Maike: Das war bestimmt nicht leicht, die Ausbildung neben der Arbeit zu machen oder?

Brian: Ich muss ehrlich sagen: es war schon hart – ich war mehrmals kurz davor, abzubrechen. Denn die Ausbildung neben dem Job zu machen erfordert ein sehr hohes Maß an Disziplin und Ehrgeiz. Nur wer beides aufbringen kann, der wird es auch schaffen. 

Ich würde deshalb jedem empfehlen, so früh wie möglich eine vollwertige Ausbildung zur Fachkraft zu machen. Einfach weil einem damit in der Branche alle Türen offen stehen – zu anspruchsvolleren Tätigkeiten, Führungspositionen und auch weiteren Qualifikationen. Es ist alles möglich, wenn man sich auf seinen Hosenboden setzt.

Weitere Infos für Quereinsteiger finden Sie in unserem Artikel "Sicherheitsdienst als Quereinsteiger – Das müssen Sie beachten"

Maike: Kannst du unseren Lesern kurz erklären, was es insgesamt für Qualifizierungen im Sicherheitsgewerbe gibt?

Brian: Also zunächst einmal gibt es die Sachkunde gem. §34a. Diese ist entgegen der Meinung vieler nicht mehr als das, was für den Maurer die Kelle ist. Man lernt hier nur das Nötigste für den täglichen Gebrauch, mehr aber auch nicht.

Dann gibt es eine 2-jährige Ausbildung zur Servicekraft für Schutz und Sicherheit und die 3-jährige Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit, wo die Wissensvermittlung wie auch das Training viel intensiver und tiefgreifender sind. 

Die nächsthöhere Qualifikation ist dann der Meister für Schutz und Sicherheit.

Für weitere Infos lesen Sie auch unseren Artikel "Beruf Sicherheitsmitarbeiter: Gehalt, Ausbildung und Möglichkeiten"

Maike: Wäre der Meister auch noch was für dich, wo du schon mal in der Qualifikationsspur bist?

Brian: Genau, das habe ich mir auch gesagt! Deshalb habe ich vor einem halben Jahr mit dem Meisterlehrgang begonnen, um auch diesen Schritt noch zu gehen.

Maike: Okay, jetzt nochmal zurück zu deinem persönlichen Wendepunkt. Wie ging es nach deiner nachgeholten Ausbildung weiter? 

Abgeschlossen habe ich die Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit im Jahr 2019, danach habe ich mich selbständig gemacht. Aber es ist kaum möglich, als Kleinunternehmer am Markt zu bestehen, die ganzen Investitionen, die man tätigen muss, um wettbewerbsfähig zu sein, lassen sich nur sehr schwer stemmen, und du bist immer am untersten Ende der Nahrungskette. Also habe ich das Gewerbe wieder abgemeldet. Anschließend war ich wieder bei einem größeren Unternehmen angestellt und habe da vor allem “Hausrechtsstreife” gemacht. Die ganzen Umstände dort gingen mir aber gegen den Strich, also habe ich mich nach einem Job und einer Firma mit Perspektive umgesehen. Und so bin ich schließlich bei WeWatch gelandet. 

Maike: Bei WeWatch arbeitest du als Objektleiter: Wie sieht denn ein typischer Arbeitsalltag in deiner Position aus? 

Brian: Bei uns im Objekt läuft ein Tag ungefähr so ab: Morgens gegen 6:15 Uhr treffe ich alle Teamleiter im Objekt zum morgendlichen Meeting. Hier prüfen wir die Check-In-Liste vom Vortag, gehen unser Planungs-Tool durch, sehen uns die Liste der angekündigten Besucher an und koordinieren unsere Mitarbeiter so, dass wir möglichst reibungsfrei durch den Tag kommen. Zur täglichen Arbeit gehören Objektabsicherung, die Begleitung der Besucher, die Kontrolle der Coronamaßnahmen und vieles mehr. Die Teamleiter und ich planen die Schichten, führen interne Qualitätskontrollen durch und stehen den Kollegen mit Rat und Tat zur Seite. 

Zwischendurch checke ich immer wieder die Emails, die von allen Seiten ins Haus flattern, darunter Besucheranmeldungen, Handwerkertermine usw. .

Am Ende des Tages spreche ich noch einmal mit allen Teamleitern über aufgetretene Probleme des Tages. Dann kontrolliere ich die Planung für den nächsten Tag und bereite die Check-In Liste vor. Wenn das alles erledigt ist, mache ich Feierabend. Das ist dann meist zwischen 17:00 und 17:30 Uhr.

"Unser Umgang miteinander ist sehr respektvoll, und ich lerne täglich Neues dazu."

Maike: Gibt es etwas, das dir an deiner Arbeit besonders gefällt?

Brian: Ja, auf jeden Fall, speziell in dem Objekt, das ich leite. Und zwar ist das die tägliche Zusammenarbeit Kollegen aus den unterschiedlichsten Kulturen. Unser Umgang miteinander ist sehr respektvoll, und ich lerne täglich Neues dazu. Das ist die wahrscheinlich größte Bereicherung für mich.

"Als Objektleiter oder Teamleiter darf man seine Mitarbeiter nicht einfach alleine lassen."

Maike: Erlebt ihr bei eurer Arbeit auch schwierige Situationen, in denen es auch mal brenzlig wird?

Brian: Das Schwierigste an diesem Beruf ist wahrscheinlich, dass für gewöhnlich den ganzen Tag alles ruhig ist. Wenn dann aber mal etwas passiert, muss man von jetzt auf gleich voll da sein und zu 100% funktionieren. 

Brenzlige Situationen gibt es natürlich auch immer wieder. Gerade eben erst musste ich mich um einen Vorfall mit einem schizophrenen Besucher im Haus kümmern, der unsere Mitarbeiter regelmäßig belästigt. Auch kommt es vor, dass Mitarbeiter bespuckt oder angegriffen werden. 

Als Objektleiter oder Teamleiter darf man seine Mitarbeiter in solchen Situationen nicht einfach alleine lassen, und man muss eine gewisse Ruhe und Autorität ausstrahlen. Das ist natürlich nicht immer einfach und definitiv nicht für jeden etwas.

Maike: Wie bereitet man sich denn auf solche Situationen vor? Hilft euch die Firma dabei? 

Brian: Ja natürlich. Zum einen müssen alle Mitarbeiter alle 6 Monate einen Deeskalationskurs besuchen. Da lernt man zum Beispiel, wie man durch Körperhaltung, Gestik, Mimik und Sprache deeskalierend auf eine aggressive Person einwirken kann. Und zum anderen sind die Teamleiter und ich selber tagtäglich im Austausch mit den Kollegen und wiederholen das Gelernte, sodass es sich auch festigt. 

Maike: Spielen in der Weiterbildung auch körperliche Techniken eine Rolle? 

Brian: Eigentlich kaum. Wir sind ja nicht für den Nahkampf da. Unser Ziel ist immer die Deeskalation. Wenn es ernst wird und zu Gewalt kommt, müssen wir die Polizei rufen, die ebenfalls bei uns im Objekt präsent ist und dann ihrerseits die gewalttägige Person zu Boden bringt. 

"Was man garnicht brauchen kann, sind Profilneurotiker oder Leute, die ihren Mitarbeitern respektlos und arrogant begegnen."

Maike: Du sagtest vorhin, der Job als Objektleiter ist nicht für jeden etwas. Kannst du uns kurz erläutern, welche Eigenschaften deiner Meinung nach wichtig für diesen Job sind und welche eher hinderlich?

Brian: Meiner Meinung nach sind Flexibilität, Aufmerksamkeit und der Wille, täglich dazuzulernen, die wichtigsten Eigenschaften, die man braucht. Denn nur wer seinen Führungsstil an die jeweilige Situation und die jeweils beteiligten Personen anpassen kann, ist auch eine gute Führungspersönlichkeit. 

Als Objekt- bzw. Teamleiter muss man sich durchsetzen können und gleichzeitig auch ein Teamplayer sein, in heiklen Situationen Ruhe bewahren und bereit sein, Verantwortung für sich und sein gesamtes Team zu übernehmen.

Was man garnicht brauchen kann, sind Profilneurotiker oder Leute, die ihren Mitarbeitern respektlos und arrogant begegnen. Aber das gilt ja eigentlich für jede  Branche. 

"Ich behandle meine Mitarbeiter genau so, wie ich selbst behandelt werden möchte."

Maike: Wie würdest du denn deinen persönlichen Führungsstil beschreiben?   

Brian: Ich behandle meine Mitarbeiter einfach genau so, wie ich selbst behandelt werden möchte und stehe ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Ich habe meine Erwartungen an die Mitarbeiter, bin mir aber auch selbst für nichts zu schade. Wir packen hier alle an, wenn etwas getan werden muss, und das motiviert mein Team ungemein.

Bei uns läuft es auch wirklich gut, muss man sagen. Es gibt bisher keinerlei Zwischenfälle, und der Kunde ist sehr zufrieden. 

Maike: Das klingt ziemlich anders als die Clichés, die man von der Sicherheitsbranche kennt! Wie kommt deine Art des Umgangs mit den Mitarbeitern denn bei der Unternehmensführung an? 

Brian: Ich habe das auch schon anders erlebt. Aber wir bei WeWatch sind da alle ziemlich auf einer Linie. Mit Zwang erreicht man garnichts, aber wenn Vertrauen und Kooperation bestehen, kann man mit allen über alles reden und sicher eine Lösung für jedes Problem finden.  

Maike: Du bist ja sofort als Objektleiter bei WeWatch eingestiegen, oder? Wie war das für dich?

Brian: Ja, bei WeWatch ging es ziemlich schnell ziemlich steil bergauf für michdas kann man sagen. Zuerst war ich etwas skeptisch, da ich die Branche nun zur Genüge kannte und vor meiner Recherche noch nichts von WeWatch gehört hatte. Doch ich wurde hier sehr offen und freundlich aufgenommen, habe mich schnell eingelebt und die tägliche Arbeit hier macht mir wirklich großen Spaß. 

"Fragen und Probleme finden hier jederzeit Gehör."

Maike: Was, würdest du sagen, macht WeWatch als Arbeitgeber attraktiv?

Brian: Also zunächst einmal herrscht hier wie gesagt ein sehr respektvoller Umgang miteinander. Fragen und Probleme finden hier jederzeit Gehör. 

Außerdem bemüht sich die Firma sehr um gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Ein Beispiel dafür ist die kulante Pausenregelung bei WeWatch. Der Gesetzgeber schreibt bei einem Arbeitstag von 10 Stunden zwar eine Pause von 45 Minuten vor. Wir geben unseren Mitarbeitern jedoch 2 Pausen á 30 Minuten, da wir 45 Minuten Pause bei einer langen Schicht in diesem Beruf zu hart finden.

Auch die Dienstplanung selbst ist sehr mitarbeiterfreundlich gestaltet. Nicht nur, dass jeder seinen persönlichen Dienstplan schon mehr als 2 Wochen im voraus kennt. Man kann sich seine Schichten sogar selbst aussuchen! Etwas derartiges hatte ich vorher nirgendwo erlebt. Aber es funktioniert prima!

Und ein weiterer Pluspunkt, den ich noch nennen möchte, sind die guten Aufstiegsmöglichkeiten, in Verbindung mit unserer LuB-Akademie. Wir führen zum Beispiel regelmäßig Mitarbeitergespräche und bieten von uns aus Aufstiegsmöglichkeiten an, wenn wir Potenziale erkennen

Maike: Wo siehst du aktuell die größte Herausforderung in eurem Unternehmen??

Brian: Ich glaube, die größte Herausforderung ist, dass wir unsere inzwischen erreichten Qualitätsstandards und unsere positive Unternehmenskultur den neuen Mitarbeitern so schnell wie möglich zu vermitteln. Denn wir expandieren weiterhin sehr stark, und da müssen Quantität und Qualität immer Hand in Hand gehen. Um auf die Mitarbeiter in diesem Sinne einzuwirken, gibt es kaum ein besseres Mittel als das eigene Vorbild. Und das nehmen wir auch sehr ernst.   

"Macht so früh es geht eine solide Ausbildung, seid mutig, zeigt Ehrgeiz und Willen und zieht es einfach durch!"

Maike: Wenn sich jetzt jemand ernsthaft überlegt, ins Sicherheitsgewerbe einzusteigen – würdest du ihm oder ihr gerne noch etwas mit auf den Weg geben?

Brian: Ja klar! Als erstes sollte man sich immer nach seinen Motiven fragen. Wer das einfach nur machen würde, um Geld zu verdienen, aber sich nicht wirklich für die Tätigkeit interessiert, sollte sich lieber etwas anderes suchen. Und das zweite: Macht so früh es geht eine solide Ausbildung, seid mutig, zeigt Ehrgeiz und Willen und zieht es einfach durch! Wir bei WeWatch suchen aktiv nach Führungspersönlichkeiten und wer sich dafür geeignet erweist, der ist ganz schnell mit dabei.  

Maike: Vielen Dank, Brian, das war ein tolles Interview! Alles Gute, und erst einmal viel Erfolg mit dem Meisterlehrgang! 

Brian: Dankeschön, hat mich sehr gefreut!

In einem weiteren Interview berichtet uns Objektschützerin Eva von Ihren Erfahrungen und Eindrücken im Sicherheitsgewerbe.

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