Sicherheitsdienst als Quereinsteiger – Das müssen Sie beachten

Quereinnstieg Sicherheitsdienst
In diesem Artikel erklären wir, welche Chancen und Besonderheiten die Sicherheitsbranche für Quereinsteiger bereithält.

Wenn Ihnen der Beruf nicht mehr gefällt, den Sie einmal gelernt haben, gibt es viele Möglichkeiten, Ihre Karriere auf einen anderen Kurs zu bringen. Solche Berufswechsel waren früher eher die Ausnahme, aber inzwischen sind sie sehr verbreitet. 

Ein Berufsfeld, das bei Quereinsteigern zunehmend beliebt wird, ist der Sicherheitsdienst. Das hängt zum einen damit zusammen, dass eine hohe Nachfrage an Sicherheitskräften herrscht, zum anderen hält die Sicherheitsbranche inzwischen eine Vielzahl anspruchsvoller Tätigkeiten bereit, in denen nicht primär körperliche Kraft, sondern charakterliche, technische, organisatorische und kommunikative Kompetenzen gefragt sind. 

Zunächst ein Überblick über die verschiedenen Tätigkeitsfelder, in denen der Sicherheitsdienst operiert. An deren Beschreibung wird bereits erkennbar, dass es viele Überlappungen zu anderen Berufen gibt, so dass der Sicherheitsdienst Quereinsteigern vielfältige Möglichkeiten eröffnet.

Tätigkeitsfelder des Sicherheitsdienstes

Der Objektschutz gehört zu den am stärksten nachgefragten Sicherheitsdienstleistungen. Gerade in Berlin müssen zahllose Gebäude und Anlagen rund um die Uhr gesichert werden, damit Personen, Sachwerte und Arbeitsabläufe keinen Schaden nehmen. Der Objektschutz umfasst die Eingangs- und Zufahrtskontrolle, den Pförtner- und Empfangsdienst, die Bestreifung sowie die Überwachung durch technische Systeme. 

Der Pförtner- und Empfangsdienst ist ein besonders stark wachsendes Einsatzgebiet des Sicherheitsdienstes. Er umfasst die Registrierung und Weiterleitung von Besuchern, die Erstellung von Besucherausweisen, das Einlass- und Auslassmanagement, Auskunfts- und Informationsdienste, den Telefondienst und Postzustellung, die Überwachung und Steuerung von Anlieferungen, die Schlüsselverwaltung inklusive Dokumentation, die Steuerung der Kommunikationsanlage, die Überwachung von Gefahrenmeldeanlagen / Störmeldeanlagen, die Durchführung von Evakuierungsübungen u.v.m. Eine Spezialisierung innerhalb des Pförtner- und Empfangsdienstes ist beispielsweise der Concierge-Service. 

Der Revierdienst kommt dann zum Einsatz, wenn Objekte außerhalb der Betriebszeit nicht sich selbst überlassen bleiben sollen. Zu den Aufgaben des Revierdienstes gehören regelmäßige Kontrollen im Innen- und Außenbereich der zu überwachenden Objekte, oft in Verbindung mit Öffnungs- und Schließdiensten sowie der Scharf- / Unscharfstellung der Alarmanlagen. Die Kontrollen werden zu definierten, unregelmäßigen Zeitpunkten durchgeführt und mittels eines elektronischen Wächterkontrollsystems dokumentiert. Die zum Revierdienst eingesetzten Sicherheitsmitarbeiter stehen im permanenten Funkkontakt mit einer Notruf- und Service-Leitstelle (NSL) und sind jederzeit darauf vorbereitet, im Alarmfall in kürzester Zeit situationsgerecht zu reagieren.

Auch Veranstaltungen jeder Art und Größe sind heute kaum noch ohne Sicherheitsdienst vorstellbar. Angesichts der umfangreichen und vielfältigen Risiken kann kein Veranstalter die Sicherheit seiner Gäste und seines Personals dem Zufall überlassen. Dazu erarbeitet der Sicherheitsdienst das Sicherheitskonzept für die  Veranstaltung, übernimmt Einlass und Empfang und interveniert bei Zwischenfällen. Darüber werden der Brandschutz und die Erste Hilfe sichergestellt und die Evakuierung in Notfällen organisiert. 

Weitere Tätigkeitsfelder im Sicherheitsdienst sind der Brandsicherheitswachdienst, der Shopguard, der Doorman, die Citystreife und der Personenschutz.

Welche Voraussetzungen sollten Quereinsteigern im Sicherheitsdienst erfüllen?

Wer im Sicherheitsdienst arbeitet, engagiert sich beruflich für den Schutz von Leib und Leben sowie des Eigentums anderer Menschen. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, benötigt man natürlich eine gewisse physische Fitness. Aber mindestens ebenso wichtig sind solche Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Umsicht, persönliches Auftreten, kommunikatives Geschick und Kollegialität. In vielen Tätigkeitsfeldern des Sicherheitsdienstes werden außerdem technisches Verständnis, Computerkenntnisse und Organisationstalent gebraucht. Außerdem ist ein hohes Maß an Kundenfreundlichkeit eine unerlässliche Voraussetzung für die Tätigkeit in der Sicherheitsbranche, da auch hier der Servicegedanke eine immer bedeutsamere Rolle spielt. 

Was man als Quereinsteiger aber berücksichtigen sollte: im Sicherheitsdienst gibt es andere Arbeitszeiten als in einem normalen Bürojob. Da viele Objekte rund um die Uhr besichert werden, wird von den Mitarbeitern eine hohe zeitliche Flexibilität verlangt. In guten Sicherheitsunternehmen werden die Mitarbeiter jedoch in die Planung einbezogen und können ihre Arbeitszeiten sogar selbst bestimmen, so dass eine Familie und Beruf so gut wie möglich miteinander vereinbart werden können.

Wie sehen die Berufsperspektiven für Quereinsteiger aus?

Aufstiegschancen

An den vorstehenden Beschreibungen kann man schon erkennen, dass Quereinsteiger im Sicherheitsdienst gute Chancen haben, weil sie viele der genannten Voraussetzungen bereits aus ihrem früheren Beruf mitbringen. Manche Qualifikationen können sogar direkt eingebracht werden. Ein Beispiel wäre die Ausbildung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau für Büromanagement, mit welcher man sofort im Empfangsdienst (ohne Sicherheitsaufgaben) in Objekten mit gehobenen Anforderungen eingesetzt werden kann. Aber auch mit Ausbildungen bzw. Erfahrungen in vielen anderen Berufen bzw. Tätigkeiten hat man gute Voraussetzungen für den beruflichen Neuanfang im Sicherheitsgewerbe.

Interessant sind auch die Entwicklungsperspektiven, die der Sicherheitsdienst für Quereinsteiger bereithält. Aufgrund ihrer dynamischen Entwicklung und fortschreitenden Professionalisierung hat die Sicherheitsbranche einen beständig hohen Bedarf an Führungskräften der verschiedenen Ebenen, und je nach dem Qualifikationsniveau und den persönlichen Kompetenzen können Sicherheitsmitarbeiter schon nach relativ kurzer Zeit mehr Verantwortung übernehmen. Charakteristische Karrierestufen sind die Teamleitung, die Schichtleitung und die Objektleitung. Aber auch in spezialisierten Arbeitsbereichen wie der Notruf- und Serviceleitstelle oder dem Alarmdienst sind Quereinsteiger mit den entsprechenden Voraussetzungen willkommen.

Welche Qualifikationen gibt es im Sicherheitsdienst?

Die minimale Qualifikationsstufe bildet die Unterrichtung gemäß §34 a GewO. Diese Qualifikation kann man mit einem 5-tägigen Lehrgang erwerben. Sie berechtigt den Inhaber zum Einsatz in „befriedetem Gebiet“, d.h. nicht im öffentlichen Raum. Die „Unterrichtung“ hat allerdings in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren, da immer mehr Auftraggeber von ihrem Sicherheitsdienstleister mindestens die Qualifikationsstufe Sachkunde gemäß § 34a GewO verlangen.

Als Quereinsteiger ist man natürlich noch nicht im Besitz der „Unterrichtung“ oder der „Sachkunde“. Das sollte jedoch niemanden abhalten, sich bei einem Sicherheitsunternehmen zu bewerben. Denn die meisten Security-Firmen sorgen dafür, dass ihre neuen Mitarbeiter die benötigte Qualifikation noch vor Beginn des Arbeitsverhältnisses erhalten. Zur Vorbereitung auf die Sachkunde-Prüfung stehen in einigen Unternehmen sogar mehrere Kursformate bereit, zwischen denen die Interessenten wählen können. Die Sachkunde-Prüfung selbst erfolgt dann durch die IHK.

Für solche Quereinsteiger, die in ihrem ursprünglichen Job arbeitslos geworden sind und nun in die Sicherheitsbranche wechseln wollen, gibt es außerdem die Möglichkeit, den Sachkunde-Lehrgang durch einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur finanzieren zu lassen. 

Vor allem jüngere Interessenten können auch überlegen, ob für sie eine Ausbildung in einem Sicherheitsberuf in Frage kommt: entweder die Servicekraft für Schutz und Sicherheit (zwei Jahre) oder die Fachkraft für Schutz und Sicherheit (drei Jahre). Mit der dadurch erworbenen Fachkompetenz qualifiziert man sich direkt für eine Führungsposition – und natürlich ebenso für eine höhere Lohngruppe. 

Wie sind die Verdienstmöglichkeiten?

Die Verdienstmöglichkeiten sind natürlich immer ein wichtiges Kriterium für die Wahl der Branche, in der man arbeiten will – erst recht für Quereinsteiger. Deshalb hier ein paar Richtwerte: 

Während einige Branchen nur den gesetzlichen Mindestlohn zahlen, erhalten Mitarbeiter im Sicherheitsgewerbe den Tariflohn. Dessen Höhe hängt von der Qualifikation und der Art der Tätigkeit ab. Hier die Angaben für Berlin und Brandenburg gemäß dem ab 01.01.2021 gültigen Tarifvertrag für das Sicherheitsgewerbe – angegeben werden jeweils der Grundlohn je Stunde und die Lohnsumme bei den 192 Einsatzstunden pro Monat: 

 

  • Unterrichtung gemäß §34a GewO: 10,90 EUR / 2.092,80 EUR
  • Sachkunde gemäß § 34a GewO: 11,20 EUR / 2.150,00 EUR
  • Servicekraft für Schutz und Sicherheit: 12,40 EUR / 2.380,00 EUR
  • Fachkraft für Schutz und Sicherheit: 13.40 EUR / 2.573,00 EUR

 

Hinzu kommen zahlreiche Zulagen und Zuschläge, die ein Sicherheitsmitarbeiter erhalten kann und die ebenfalls tariflich geregelt sind. Dazu gehören zum einen die steuerfreien Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit (10, 25 und 50%) und zum anderen eine Vielzahl von funktionsabhängigen Zulagen. 

Wenn Sie sich als Quereinsteiger für eine Tätigkeit im Sicherheitsdienst interessieren und mehr über die Voraussetzungen, Einsatzmöglichkeiten und beruflichen Perspektiven wissen möchten, zögern Sie nicht, Kontakt zu uns aufzunehmen!  

Das geht per Email an bewerbung@wewatch-security.com oder auch über unsere Facebook-Seite.

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